Piercings
Created by admin on 12 Nov 2009 | Tagged as: Allgemein
Beim Piercing (von engl. durchbohren, durchstechen), wird die Haut an verschiedensten Körperstellen durchstochen und an diesen Stellen dann der sogenannte Piercing-Schmuck angebracht. Es handelt sich dabei um keine neue Technik, sondern diese Art des Körperschmucks ist bereits seit Jahrtausenden bekannt. Es ging und geht dabei darum, sich von anderen Völkern und Menschen zu unterscheiden und besondere Merkmale hervorzuheben. Aber auch Reifungsprozesse und spirituelle Rituale wurden und werden mittels Piercings dargestellt. Beliebte Stellen dafür sind die Ohren, der Bauchnabel, die Lippen, die Nase, die Nasescheidewand und der Augenbrauenbereich. Aber auch andere Körperregionen kommen dafür in Frage. Auch im Intimbereich wird Piercingschmuck verwendet, wobei das Durchstechen in diesem Bereich zwangsläufig mit grösseren Schmerzen verbunden ist. Das gleiche gilt für Zungen- und Brustwarzenpiercings. Der Schmuck wurde ehemals aus Holz, Perlmutt, Knochen, Quarz und anderen Materialien gefertigt. Heute werden meist Metalle verwendet, bevorzugt Edelmetalle wie Gold, Platin, Titan, medizinischer Edelstahl aber auch Silber. Barbells (das sind Stäbe mit Kugeln an beiden Enden) werden besonders gern verwendet.
Bereits auf Totenmasken von Pharaonen und auf buddhistischen und aztekischen Darstellungen sind Piercings erkennbar – in Form von Ohrpiercings, welche sogar auf Bronzestatuen aus der Hallstattzeit sichtbar sind. Die verschiedenen Formen entsprechen dem jeweils gängigen Schönheitsideal und können daher sehr von einander abweichen. In unseren Breiten wurden lange Zeit nur Ohrläppchen-Piercings bei Frauen akzeptiert. Eine Ausnahme bildeten dabei reisende Zimmerleute auf der Walz, was mit dem Zimmermannsnagel zusammenhing und als Erkennungszeichen diente. Erst in den 1960er-Jahren setzten sie sich mit der Hippie-Bewegung allmählich durch und fanden zusehends Anklang und Verbreitung. Lange Zeit galt ein Schmuckring im rechten Ohrläppchen auch als Erkennungszeichen der Schwulen. Dieses hat jedoch längst seine Bedeutung verloren. Seit den 1990er Jahren setzt sich dieser Körperschmuck immer mehr und quer durch alle Bevölkerungsschichten der westlichen Welt durch. Ehemals in der Punk- und Technoszene verbreitet, haben heute sogar bekannte und berühmte Sportler Piercings und gelten damit als in. Das häufigste Piercing (abgesehen von den Ohrläppchen) bei Frauen ist das Bauchnabelpiercing, bei Männern das Brustwarzenpiercing.
Das Schmerzempfinden beim Stechen ist je nach Körperregion und Gewebe unterschiedlich und wird auch rein subjektiv von jedem Menschen anders wahrgenommen. Es finden auch die unterschiedlichsten Regional- und Oberflächen-Anästhesiemethoden Anwendung, um den dabei entstehenden Schmerz in Grenzen zu halten. Der Verheilungsprozess dauert ebenfalls unterschiedlich lang. Besonderes Augenmerk beim Stechen wird auf Hygiene gelegt. Nur bei sehr sauberer Vorgangsweise kann das Risiko einer Infektion und von Vernarbungen vermieden werden. Ein seriöser Piercer wird deshalb sehr grossen Wert darauf legen und die Stelle auch entsprechend vor- und nachbehandeln und Cremes, Salben o.ä. für die Nachbehandlung zu Hause mitgeben. Die gestochenen Kanäle bleiben auch bei Entfernen des Piercingschmucks erhalten, die Ausgangsstellen wachsen jedoch zu, an diesen bleiben punktförmige hellere Hautstellen sichtbar. Egal, für welches Piercing Ihr Euch entscheidet – achtet auf die Seriosität des Piercingstudios und absolute Sauberkeit!